
Nach drei Jahren am Kap jetzt endlich "richtiges Afrika"!
Ich war in Mokuti Lodge beschäftigt, direkt außerhalb des Etosha National Park. Mitten im Busch, die nächste Ortschaft Tsumeb ca. 110KM entfernt. Die Lodge war seinerzeit eine der ersten "upmarket lodges", inzwischen gibt es ja sehr viele, besonders rund um Etosha.
1992 konnten wir zum ersten Mal den "Best Hotel of the Year Award" gewinnen, der vorher meist vom 5-Sterne Kalahari Sands Hotel in Windhoek abonniert war.
Die Arbeit hat viel Spaß gemacht, auch wegen des besonders guten Personals. Wir hatten praktisch keine Probleme, wie sie in der Stadt an der Tagesordnung waren. Und das Personal hat sich auch wohl gefühlt.
Allerdings neigt man nach einer gewissen Zeit dazu, einem Buschkoller zu unterliegen; es ist schon brutal abgeschieden dort. Wir haben regelmäßig 20 oder 30 Tage durchgearbeitet, um die freien Tage dann besser nutzen zu können. Um in Namibia irgendwo hin zu kommen, braucht man schon mal einen Tag Fahrtzeit. An den freien Tagen waren wir meist in Windhoek oder in Swakopmund, dort konnten wir in Schwesterhotels wohnen. Da Mokuti direkt am Eingang zum Etosha Park liegt, waren wir natürlich ständig im Park, auch wenn es nur für ein oder zwei Stunden war.
Die Highlights waren aber immer die Trips, die wir mit Freunden und Kollegen gemacht haben, das größte Afrikaerlebnis war fraglos unser 4-wöchiger Abschiedstrip, die "Tour93":
Von Mokuti durch den Caprivi Strip, in Sesheke über den Zambezi nach Zambia. Richtung Norden, dann zurück nach Lusaka,Livingstone, Vic Falls, an den Kariba See, über den Staudamm nach Zimbabwe, Kariba, Fähre nach Milibizi, Vic Falls, über Botswana (Chobe) und Caprivi zurück nach Mokuti.
Mehrere tausend Kilometer, teilweise draußen campiert, teilweise in Lodges übernachtet. Wir waren zu sechst, mein Bruder Knut kam extra aus Deutschland dazu. Knut neigt ja bekannterweise dazu, alles etwas exzessiver anzugehen. So auch auf diesem Trip: erst wollte er medizinische Rekorde aufstellen, als er sich nachts nach ein oder zwei Gin Tonic in der Hängematte die Ärmel hochkrempelte um sich geschätzte 800 (!!) Moskitostiche abzuholen. Lariam sei Dank, alle Leute, die wir trafen verabschiedeten sich immer mit sehr bedeutungsschweren Blicken von Knut.
Etwas später, nach einer legendären Booze Cruise auf dem Zambezi (..."you are my sunshine"...)hat er dann in der Explorers Bar in Vic Falls sein Swiss Army Knife eingetauscht. So was gibt man einfach nicht weg, auch wenn der Preis noch so schön ist...
Nun ja, er ist inzwischen Familienvater mit zwei tollen Söhnen. Vielleicht erzähle ich den beiden irgendwann mal die Details, das würde jetzt hier zu weit gehen!
Unsere Fahrzeuge waren ein Uralt-Landy (Baujahr 1959, wie wir nach der Reise herausfanden, da die mitgenommene Wasser- und Benzinpumpe nicht passten...) und ein Toyota Hilux. Werner (Hilux) hatte sich erst geweigert, mit dem alten Landy so eine Tour zu machen. Wir konnten ihn dann doch überreden, inzwischen sieht er das auch etwas anders. Wir hatten zwar diverse Pannen mit dem Landy (Benzin- und Wasserpumpe kaputt, Federbein abgerissen, Tankuhr defekt etc.), haben ihn aber immer wieder schnell repariert bekommen. In Afrika bleibst Du mit einem Landy nie lange liegen, sofort kommt irgendwer der einen kennt, der noch Teile liegen hat.
Als Werner allerdings Probleme mit der elektrischen Einspritzung am Hilux bekam, konnte keiner helfen. Die letzten 1000 Kilometer oder so auf drei Pötten haben ihn sicherlich kuriert. Außerdem sieht der Landy einfach geiler aus.
Ein weiterer spannender Kurztrip war die Reise durch den Kaudom Park, auch Buschmannland genannt. Nur über Beziehungen konnten wir Permits bekommen, unter der Prämisse, daß immer die beiden Fahrzeuge zusammen bleiben. Kaudom ist total abgeschieden, praktisch kein Publikumsverkehr. Wir haben meist draussen campiert, und es kam dann auch vor, daß wir am nächsten Morgen Elefantenspuren um unsere Schlafsäcke entdeckten. Die Nachtwache war eingeschlafen...
Ein Muss in Namibia ist auch die Namib Wüste. Von Norden her, über Swakop, haben wir eine geführte Tour mitgemacht, von der ich anfangs überhaupt nicht begeistert war. Hinterher waren wir dann doch sehr froh, der lokale Tourguide kannte sich super aus und konnte uns viele Details zeigen und erklären, die wir alleine nie entdeckt hätten. Weiter im Süden sind wir in einer kleinen Gruppe bei Sonnenaufgang Richtung Sossusvlei gefahren, bzw. gelaufen. Wow!! Die Bilder sagen alles, denke ich.
Viel Spaß mit den Photoalben rechts oben!