Afrikaerlebnisse von Ulf und Annette

Kilimanjaro und Zanzibar 2004

Nachdem ich am ersten Trainingsberg im Voralpenland feststellen musste, dass 25 Jahre Handballspielen meine Knie etwas in Mitleidenschaft gezogen haben, habe ich leider auf die Kili-Besteigung verzichten müssen. Annette hat allein weitertrainiert, um dann mit ihrem Vater Gotthard den Kili anzugreifen. Ihre Erlebnisse stehen rechts auf einer separaten Seite.

Eine Woche nach ihrer Abreise bin ich dann hinterher nach Tanzania. Da der Flieger abends ankam, wollte ich nicht nachts durch Dar es Salaam irren auf der Suche nach einem Hotel. Alle mir noch vom ersten Trip bekannten Unterkünfte waren ausgebucht, über den "Thorn Tree" im Lonely Planet ist mir dann ein kleines Hotel empfohlen worden (wie sich herausstellte kam die Empfehlung von der Eigentümerin...), freundlicher Weise haben die mich auch noch am Airport abgeholt.

Am nächsten Morgen dann zum Hafen und die nächste Fähre nach Zanzibar war meine. Die drei Tage bis zur Ankunft von Annette und Gotthard habe ich dann allein verbracht, was in Stone Town ja überhaupt nicht langweilig ist. Das Blues Restaurant war leider geschlossen, angeblich hat der südafrikanische Pächter keine Steuern bezahlt und ist getürmt. Das schöne Restaurant mit dieser super Lage ist inzwischen völlig vergammelt und abbruchreif. Jemand erzählte mir, dass der Eigentümer einige Millionen US$ haben wollte. Jetzt kriegt er wohl gar nichts.

Neu ist das Mercury's, da wo vorher die Pizzeria war, gegenüber vom "big tree". Ist ganz o.k., etwas unpersönlich und nicht ganz billig, man kann schön auf der Terrasse direkt am Wasser sitzen. Oder an der Bar. Da sass ich.

Auf meinen Streifzügen habe ich dann Julie kennengelernt, eine Australierin die mit ihrem Zanzibari-Ehemann das Restaurant Archipelago eröffnet hat, gleich hinter dem kleinen Tunnel vor der Altstadt. Sehr empfehlenswert, leckere Speisen, super freundliches Personal.

Annette und ihr Vater kamen dann mit dem Flieger von Arusha, war gar nicht so teuer und nach der anstrengenden Besteigung nicht so stressig wie die lange Busfahrt, inkl. einer weiteren Übernachtung in Dar und der Überfahrt mit der Fähre.

Wir sind dann gemeinsam gen Norden nach Nungwi, um ein paar Tage konzentriert nichts zu tun am Beach. Die ganze beachfront war ja vor einigen Jahren abgebrannt, inzwischen ist sie wieder fast ganz verbaut, die einzelnen Restaurants und Bars sind aber nicht mehr so gemütlich wie früher. Wir sind im Paradise Beach Hotel untergekommen, einer der Kellner hat sich sogar an mich erinnert, nach 5 Jahren!

Nungwi an sich ist aber nicht mehr so klasse, wesentlich mehr Trubel und so. Nach einem langen Strandspaziergang haben wir dann den "Nachfolger" entdeckt: Kendwa, ca. 1,5 Stunden zu Fuss die Westküste runter. Haben sofort für den nächsten Tag bei Jan und Debbie im White Sands eingecheckt. Sehr nettes Pärchen aus Holland/Belgien, schöne und gepflegte Zimmer, Restaurant und Bar am Strand, keine 15 Meter vom Ufer. Hardcorerelaxing, an der Bar "sitzt" man in Schaukeln. In der Nachbarschaft sind noch ein paar weitere Hotels/Restaurants/Bars, so dass man auch ein bisschen rumziehen kann. Hoffentlich wird das nicht auch wieder so schnell so zugebaut wie anderswo auf der Insel.

Die Tauchschule nebenan machte allerdings keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Der wollte auch nur einen Spottpreis pro Tauchgang haben, glaube so was um die 10US$. Habe die Finger davongelassen, später in Stone Town habe ich gehört, dass man dem angeblich schon mehrmals den Laden dicht machen wollte, weil er sein Equipment nicht wartet, der Kompressor versifft wäre etc.

Zwischenzeitlich haben wir Annettes Geburtstag gefeiert. Meinen Vorschlag, nun doch ihren Nachnamen zu ändern, hat sie glücklicher Weise akzeptiert. Und so kam uns die Idee, herauszufinden, ob man nicht spontan auf Zanzibar heiraten könne. Zurück in Stone Town haben wir Julie (s.o.) befragt, ich wusste, dass sie auch auf Zanzibar geheiratet hatte.

Im Büro des Commissioner ging dann plötzlich alles ganz schnell und problemlos. Nachdem wir uns selbst den Termin aussuchen konnten (Morgen früh um 10h00) haben wir in 2 Stunden die Hochzeit vorbereitet: Schreiben verfassen mit der Erklärung, dass der jeweils andere momentan nicht verheiratet ist (ich liebe Afrika...), Passkopien, Passbilder, Ringe, Kleid und etwas Schmuck für Annette und fertig. Julie hatte sich bereit erklärt, als Trauzeuge zu fungieren, plötzlich stand da noch einer der Kellner und unterschrieb auch die Urkunde. Weiss nicht mal, wie der genau heisst. Die Nachricht von unserer geplanten Trauung verbreitete sich schnell, alle möglichen Leute schenkten uns Jasminblüten, die Frau des Juweliers malte ein kunstvolles Henna-Tattoo, jemand schenkte uns einen duftenden Brautstrauss. Jeder Einheimische, der auf der Strasse das Tattoo sah, strahlte uns an und beglückwünschte uns.

Im Büro konnte Annette vor Aufregung den Namen ihres Vaters nicht mehr buchstabieren, und mir blieb die Stimme weg als ich meinen Teil sagen sollte. Weiss nicht, was der Commissioner gedacht hat. Egal, die hundert Dollar Gebühr waren schnell in seinem Gewand verschwunden. Und wir haben die coolste Heiratsurkunde, ausgestellt vom "Zanzibar Revolutionary Government". Die Beamten vom Kreisverwaltungsrefarat in München waren dann allerdings anderer Meinung. Es hat noch ein paar Monate gedauert, bis die Ehe auch von den deutschen Behörden anerkannt war.

Als es dann vollzogen war schickten wir gleichzeitig je eine SMS an unsere Geschwister, danach an alle Freunde. Dann glühten die Drähte...

Leider haben wir kaum vernünftige Fotos von der Hochzeit. Wir hatten nur unsere kleine Rollei mitgenommen, da wir befürchteten, die grossen Kameras könnten auf dem Kili einfrieren. Julie hatte unsere Kamera übernommen und viel geknipst, bei dieser Kamera muss man aber alles manuell einstellen, was Julie nicht wusste.


Heiraten auf Zanzibar

Checkliste (falls jemand Interesse haben sollte...):

Im Rathaus vorstellig werden und um einen Termin bitten. Das Rathaus ist hier: Karte

Folgende Dokumente werden benötigt:

-> Pässe und Fotokopien Gern auch Geburtsurkunden, geht aber auch ohne.
-> Statement, dass der jeweils andere nicht verheiratet ist. Einfach selbst ein entsprechendes Schreiben verfassen.
-> Passbilder
-> 100 US Dollar Gebühr (Stand 2004)
-> 2 Trauzeugen
-> Ganz wichtig für die spätere Anerkennung in Deutschland: Beim deutschen Konsulat auf Zanzibar (s. Reiseführer) die Heiratsurkunde legalisieren lassen. Geht auch bei der Botschaft in Dar, da sollte es aber ein paar Wochen dauern. Diese Legalisierung benötigt man in Deutschland zur Vorlage beim Standesamt I in Berlin für die Namensänderung.
-> Ringe, Blumen für die Dame!!
-> Glück

Tanzania 2004

Karte von Tanzania:

Links und Infos: