Afrikaerlebnisse von Ulf und Annette

13.12.2000 - 12.01.2001 Zimbabwe

Zimbabwe ist und bleibt mein Lieblingsland in Afrika, und Annette habe ich wohl auch angesteckt. Vom ersten Besuch an hatte ich eine besondere Affinität zu dem Land, den Bewohnern, der Natur.

Es bricht einem schon das Herz, wenn man die aktuelle Lage dort betrachtet. Warum muß man ein so blühendes, wunderschönes und friedliches Land so ruinieren (rhetorische Frage!).

Aber wir bauen auf die momentanen Bemühungen u.a. der Präsidenten von South Africa, Malawi und Nigeria, eine Wende herbeizuführen. Die Nachrichten lassen hoffen.

Ich habe Zim mehrmals bereist, teilweise von Namibia oder von South Africa aus. Beim letzten Mal war Annette dann das erste Mal mit, dies war unsere Tour:

16.- 20.12.2000 Kariba, Cutty Sark Hotel

Nach scheinbar endloser Anreise von München über London, Nairobi nach Harare haben wir uns dann auch noch direkt den Bus nach Kariba gegeben. Wir wollten den ersten Teil des Urlaubs etwas abhängen und uns erholen. Die Busfahrt zeigte uns schon die ersten Elefanten, Giraffen und Antilopen, so dass wir den letzten Teil der 36 Stunden Reisezeit gut überstehen konnten.
Das Hotel kannte ich noch von meinem ersten Trip nach Zim: wir waren nebenan in der Tamarind Lodge mit eigenem Auto und Verpflegung, brauchten also kein Hotel. Dafür aber umso mehr die Poolbar und den Tennisplatz, auf dem Knut und mir die Tennisgrundregeln beigebracht werden sollten.
Glücklicherweise waren wir aber bereits "Couch-Wimbledon-Champs", nach endlosen Fernsehstunden mit Bobbele. Daher wurde der Trainer schnell seinen Job los, und wir spielten bei ca. 35 Grad in der Mittagssonne als absolute Anfänger bis zum tie-break...
Nachdem bei Knut das Blut aus den Schuhen quoll, wir beide kurz vorm Hitzeschlag standen (ich natürlich gewonnen hatte), waren auch noch die letzten Tennisbälle des Hotels im krokodilverseuchten Karibasee verschwunden.
Nun, dieser kleine Exkurs ins Jahr 1989 soll nur die verdutzten Gesichter des Hotelpersonals verdeutlichen, als ich ihnen nun 11 Jahre später die versprochenen Tennisbälle zurückgab...
Cutty Sark dieses Mal in Kurzform: super Pool, Essen, Trinken, Leute. Shine, John und Marnie, Murray usw. kennengelernt. Daytrip nach Matusadona. Einfach traumhaft!!!

20.- 21.12.2000 Fähre nach Milibizi

Das war jetzt das dritte Mal, das ich diese Überfahrt gemacht habe. Man fährt 20 Stunden und sieht fast die gesamte Zeit ein oder beide Ufer, Zimbabwe im Süden und Zambia im Norden. In der Fahrzeit sind also immer ein Sonnenunter- und ein Sonnenaufgang über dem See dabei, viel Wild am Ufer, Seeadler usw. Ich habe diese Fahrt jedesmal sehr genossen, man kann an Oberdeck sitzen, kühles Zambezi-Lager schlabbern, das Kreuz des Südens bewundern, wenn man es erkennt...

21.- 27.12.2000 Victoria Falls

Vic Falls kann man schlecht beschreiben, es ist einfach atemberaubend!
Bei der Unterkunft haben wir uns diesmal allerdings etwas schwer getan: Sprayview Hotel (bäh), Tatenda Lodge (schräg), später privat untergekommen in einem kleinen Bungalow, das war o.k.
John und Marnie aus dem Cutty Sark waren schon ein paar Tage früher nach Vic Falls gereist und hatten bereits interessante Kontakte geknüpft, u.a. zu George, ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeit, der jetzt die Europcar Filliale leitet.
Früher war George Lt. Col. bei der Armee, und hat nach der Unabhängigkeit den Aufbau der Zim-Streitkräfte geleitet. Nie war mir die Glaubhaftigkeit einer Lebensgeschichte weniger wichtig als hier, der Typ ist ein Knaller. George und sein Freund Richard (ex-Polizeichef der Briten) haben die beiden Oldies der Muppet-Show in den Schatten gestellt, wir haben selten so viel gelacht wie mit diesen beiden. Natürlich wurden wir in den britischen Yacht-Club eingeladen, direkt am Zambezi... (der Golfplatz war woanders!). Aber G&T gab's.
Ansonsten:
White Water Rafting, Helikopterflug, Day Trip nach Chobe, Night Game Drive, Explorers Bar, Zambezi Blues River Cafe und viele nette Leute kennengelernt.
Buchungen in Vic Falls über Elvis, Trumpet Tours (sehr empfehlenswert!)

28./29.12. 2000 Hwange, Sinamatella Camp

Auto bei George (s.o.) gemietet und ab in den Busch. Sinamatella ist nach wie vor eine der schönsten Safari-Locations, und für einen sehr günstigen Preis. Ab Sonnenaufgang und bis Sonnenuntergang ist der Zugang in den Park erlaubt zum Game Drive.

30./31.12.2000 Vic Falls

Silvester in der Wild Thing Bar und im Croc and Paddle.

01.01.2001 Nachtzug nach Bulawayo

Beklaut worden, Pass, Kreditkarte, Cash, Maglight, Schweizer Messer etc. weg.
...wir haben doch nur einen Moment nicht aufgepasst...

02.- 06.01.2001 Bulawayo, Berkeley's Place

Geld aus D. schicken lassen (Danke, Jörg!), SEB-Bank trotz mehrmaliger Nachfragen nicht gerührt. Tagestour nach Matopos, 11 (!) White Rhinos gesehen. Bulawayo ist eine schöne Stadt- ruhig, sicher und ein sehr gutes Warenangebot für afrikanische Verhältnisse. Hier lässt's sich leben...

06.01.2001 Nachtzug nach Harare

...diesmal aufgepasst...

07.-12.01.2001 Harare, Possum Lodge

Sehr angenehm, viele Backpacker. Abends Grill, Bar, Pool etc. Harare trotz vieler Warnungen genossen. Stress mit der Botschaft, deutsche Behörden halt.

13.01.2001

Rückflug über Kenia ins eiskalte Germany



Zusammenfassung:

wie bei den vorherigen Besuchen war es wieder traumhaft schön. Sehr nette, gastfreundliche, coole Leute, alle sind trotz der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Situation geduldig und wollen einfach nur die nächsten Wahlen abwarten.

Es war auch das erste Mal, daß ich beklaut worden bin. Sollte sich der geneigte Leser diese Zeilen fragen, warum um alles in der Welt man ein Land sein Traumland nennt, in dem man bestohlen wurde, kann ich nur erwidern: frage ich mich auch.

Aber wir waren schon nicht ganz unschuldig. Wahrscheinlich sind die Chancen auf der ganzen Welt nicht besonders gut, wenn man als Frau (Annette war allein Geld tauschen vor der Zugreise)einen Riesenpacken Banknoten in eine Gürteltasche zwängt, in der ofensichtlich auch noch andere interessante Dinge verstaut sind.
Der potentielle Dieb, der dies beobachtet haben könnte, wird kaum an dieser Tasche vorbeilaufen, wenn sie unbeobachtet auf dem Zugsitz liegt...
Da hätte man auch in der Bayerischen Oberlandbahn seine Probleme!
"We'll always come back!"



Photoalbum Zimbabwe:

Karte von Zimbabwe:

Links und Infos: