Ulf Sander

AFRICAN DESTINATIONS

Faszination Afrika

Löwenmutter mit Baby im Krüger Park
Krüger Park/Südafrika
Giraffe im Hluhluwe Park
Hluhluwe/Südafrika
Viktoriafälle aus dem Heli
Viktoriafälle/Simbabwe
Die Weite Afrikas im Mikumi Park, Tansania
Mikumi/Tansania

und so fing alles an...

es war ein nasskalter, dunkler Winternachmittag im Dezember 1988. Wir saßen im Tucher in Bad Reichenhall und hofften, dass das bald vorbei ist. Ich hasse Winter. Ich hasse nasse, eiskalte Füße, dunkle Tage, grumpy German people, Winterreifen und besonders Glühwein.

"Ich wandere aus."

Und so schlug ich im Juni 1989 am ehemaligen Jan Smuts Airport in Johannesburg, South Africa auf (der Flughafen heißt inzwischen O.R. Tambo International). Ein Vorstellungsgespräch bei Southern Sun Hotels war vorbereitet. Die angebotene Position in Bloemfontein habe ich dann aber nach vor-Ort-Besichtigung dankend ausgeschlagen. Schon während der Anreise mit dem Mietwagen bekam ich das kalte Grausen, du fährst stundenlang durch die öde Karoo-Wüste. Überall Staub und Steine, riesige Farmen, nur ab und zu sieht man einen Straußenvogel. Bloemfontein ist weit und breit die einzige größere Ortschaft, die Farmer kommen alle zum Einkaufen hierher. Überall wird nur Afrikaans gesprochen, der Rassismus war fast mit den Händen greifbar. Boereland, no thanks. Weiter Richtung Cape Town. Über einen alten Freund hatte ich einen Kontakt zu einer Familie in Somerset West, die mich freundlicherweise für ein paar Tage aufgenommen haben. Wie der Zufall so spielt, waren die mit einer weiteren Familie aus meiner Heimatstadt Bad Oeynhausen befreundet, die einige Jahre zuvor auch ausgewandert waren. Mit der Tochter bin ich zur Schule gegangen, wir hatten uns aus den Augen verloren. Small world! Nach ein paar Monaten Suche endlich einen Job gefunden, ist im afrikanischen Winter gar nicht so einfach: Im wunderschönen Lanzerac Hotel in Stellenbosch angefangen als Restaurant Manager, später Banqueting Manager. Drei schöne Jahre in der Cape Province: Strand, Weinberge, Multi Kulti, Moped fahren im T-Shirt etc.

Irgendwann wurde es Zeit für was Neues. F&B Manager in Mokuti Lodge, Namibia. Mitten im Busch, das war jetzt das richtige Afrika: Mambas, Puffottern, Hyänen, Skorpione. Und alles vor der Haustür. Ich habe gelernt, dass ICH der Eindringling bin hier. Immer aufpassen, die Natur achten, Augen auf. Nach einiger Zeit lernt man das, dann genießt man Afrika. Ich glaube, wer diesen Schritt gemacht hat, kommt von der Faszination Afrikas nicht mehr los. Was mich am meisten fasziniert ist die Ursprünglichkeit. In Afrika ist alles wilder, größer und ungezähmter. Man ist mit viel mehr Eigenverantwortlichkeit unterwegs (ist zumindest ratsam) und akzeptiert seine kleine Rolle in dem großen Ganzen um einen herum. Und -last, but not least- die unglaubliche Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen in Afrika.



Nach insgesamt 4 Jahren bin ich dann zurück nach Deutschland. Aber der Stachel sitzt tief... Während meines Aufenthalts auf dem Schwarzen Kontinent (und natürlich immer wieder seitdem) habe ich viele Reisen unternommen, die ich hier zeigen möchte. Ich reise bevorzugt ohne vorherige Hotel- oder Tourbuchungen, das ist für mich die interessanteste Art, Afrika zu bereisen. Man lernt ständig Gleichgesinnte kennen, tauscht Informationen aus, bekommt Tipps zu Transport, Unterkünften, Sehenswürdigkeiten etc. In all den Jahren ist nie etwas passiert, von einer kleinen Ausnahme (Diebstahl im Zug) abgesehen.

Meine Interpretation ist: Afrika polarisiert. Entweder du liebst es und bist dem Virus hoffnungslos verfallen, oder es stößt dich ab und du fühlst dich unwohl oder unsicher.

"Passen Sie auf, junger Mann, bleiben Sie nicht zu lange, sonst frisst sich die schwarze Sonne Afrikas auch in Ihr Herz und Sie kommen von diesem Kontinent nie wieder los."
(Zitat Michael Birnbaum in: "Die schwarze Sonne Afrikas")

Afrika
Afrikakarte